„Baufahrt“ – auf dem Weg zum Meißner 2013

Zentraler Kern der Jugendbewegung ist es, auf Fahrt zu gehen. Das war vor 100 Jahren so und ist bis heute so geblieben. Auf Fahrt gehen heißt: in der Natur leben, mit einfachen Mitteln auskommen, sich beschränken auf die alltagsnotwendigen Dinge und damit den Kopf befreien von der Alltagshektik. Auf Fahrt gehen heißt aber auch: Enthaltsamkeit, Durchhaltewillen und einen flexiblen Umgang mit stets unbekannten Situationen.

So oder so ähnlich erlebe ich es auch auf dieser Baustelle. Viele Dinge haben wir uns im Vorfeld überlegt, z.B. wie der Alltag und der Ablauf des Baus sein könnte. Aber das meiste kam dann irgendwie doch ganz anders. Mit ehrenamtlichem Bauen wollten wir eigentlich erst ab der Strohballenphase beginnen, also wenn Sommerferien sind und wenn wir einen überschaubaren Zeit- und Arbeitsrahmen haben.

Für die Zeit bis dahin hatten wir gedacht mit der „Werkstatt für junge Menschen Eschwege“ einen stabilen Partner gefunden zu haben. Doch ehe die Eschweger überhaupt einstiegen, hatten uns 5 Graue Reiter überrascht und eine Woche am Keller gebaut. Ermutigt von diesem Einsatz wagten wir uns weiter vor, an eine erste bündische Bauwoche. Die Teilnehmerzahl von bis zu 16 Helfern, die riesige Motivation und das gewaltige Pensum, was wir in dieser Woche bewältigten, gab uns den Mut, weiter zu machen mit den Bündischen.

Das wir so viel geschafft haben, liegt sicher zu einem großen Teil genau daran, dass wir auf Fahrt gehen. Jeder auf der Baustelle weiß genau, eh‘ die Kohte nicht steht und das Wasser nicht kocht, kann man nicht ruhen. Das läßt sich auch auf Beton und Rödeldraht übertragen, und so haben wir an manchen Tagen bis an die Grenzen des Möglichen gearbeitet, wissend, das muss fertig werden und wir haben gemeinsam die Kraft dazu!

Genau das ist die Faszination dieser Baustelle. Jeder Einzelne mit seiner Fähigkeit ist gefragt und gebraucht. Die Zahl derer, die kommen, wächst stetig und jeder der mal mit gebaut hat, kommt zurück. „Hier baut die Jugendbewegung“ – am Anfang war das ein Wunsch, jetzt ist er zur Realität geworden.

Die verschiedensten Bünde sind vertreten und erleben sich in ihrer Gemeinsamkeit und ihren Unterschieden. Der kleine Mädchenwandervogelbund trifft die großen, koedukativen BdP und VCP. Jeder will wissen wie es bei den anderen läuft, was die Vorteile, was die Nachteile sind. Es wird viel geredet und diskutiert. Manches Vorurteil wird beim gemeinsamen Werken und Singen abgebaut und Freundschaften wachsen.

Das große Meißnerlager 2013 ist zwar noch in weiter Ferne, doch wir probieren hier schon einmal im Kleinen, was Jugendbewegung heute noch kann. Wir nennen es das „Enno-Narten-Prinzip“. Ein Stein nach dem anderen, mutig voran, wird das Haus errichtet – immer in der Gewissheit, das auf die Kraft der Jugendbewegung Verlass ist. Und wir werden in diesem Prinzip bestärkt, mehr als wir es selber zu Anfang für möglich gehalten hätten.

Schlumpf

Die Fotos vom 1. Juli  gibt es >>>hier<<<

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4 comments so far

  1. Kathi on

    HAllo ihr,
    neid das ich nicht bei euch sein kann!

    Ich habe gerade die Foto´s von gestern angeschaut, ist Daniel der Bäcker noch da, dann einen herzlichen Gruß!

    Lasst es euch gut gehen!
    Kathi

  2. Schlumpf on

    Nö Daniel der Bäcker war schnell wieder wech, aber sie wollen nächstes Jahr wieder kommen 🙂

  3. tolu on

    Hat ihn nicht begeistern können, das mit dem Backpinsel und dem Rührteig? *g*

  4. Müßli on

    liebe bauhütte und besonders: liebste Meike (welche mich mal wieder erst auf diese seite aufmerksam machen musste- danke dir dafür 😉

    beim anschauen eurer seiten, beim lesen der texte und betrachten der bilder wird für mich eines grad besonders deutlich: man spürt eure freude beim arbeiten und eure gelebte gemeinschaft! jugendbewegung äussert sich besonders auch immer im gemeinsamen tun, grade auch für andere und bei solchen grossen projekten!

    hoffe im laufe des sommers auch einmal einen bescheidenen beitrag leisten zu können- bis dahin: macht weiter so!

    weiterhin viel frohen mut wünscht

    müßli

    PS für meike: ja, die blumen sind wirklich sehr schön 😉


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