Ungewohntes

Mein erster Besuch dieses Jahr auf der Burg – seltsam, das festzustellen, schließlich haben wir jetzt schon August, mehr als die Hälfte des Jahres ist bereits vorbei. Viele haben schon am Enno-Narten-Bau mitgebaut und auch viel davon erzählt. Nun also habe auch ich es endlich geschafft, zum Bauen herzukommen. Diesmal komme ich mit einem ein wenig unsicheren Gefühl auf die Burg – ein Haus bauen, daran mitbauen? Eine Welt, mit der ich bisher überhaupt nichts zu tun hatte und die irgendwie auch so gar nicht „mein Ding“ ist. Baustellen: laut, Arbeit mit totem Material, mit großen, schweren, lärmenden Maschinen, mit Helm, dicken Handschuhen, Sicherheitsstiefeln, in Zementstaub, mit Maßstäben, ein wenig unheimliche elektrische Geräte überall  – soweit meine Vorurteile – oder Ängste. Und das nun statt Wandern und Wald, statt Weltabkehr in der Natur, weit weg von der Suche nach dem göttlichen Ganzen, die nur in der Stille möglich ist?
Doch auch ich möchte meinen Teil zu diesem großartigen Gemeinschaftsprojekt beitragen, für das so viele so viel ihrer freien Zeit hingeben. Vor allem aber möchte ich der Burg wenigstens ein Stück von dem zurückgeben, was sie im letzten Jahr für mich gewesen ist: bewundernswerter, jeden Respekt verdienender Halt in einer Situation, die mich beinahe den Glauben an die Menschen verlieren ließ.
Ein Teil meiner diesmaligen Unsicherheit verfliegt beim Eintreffen auf der Burg: wie immer ist es wunderbar, hierher zurückzukehren. Und dann ist auch das Bauen gar nicht so schlimm: man gewöhnt sich an den Lärm, und es finden sich auch für mich als handwerklich Ungeübte Aufgaben, die mich den ganzen Tag beschäftigen: Mitarbeit an Verschalungen und Ausspachteln von Fugen bekomme auch ich hin. Ich bin auch nicht die Einzige, die solche Dinge zuvor noch nie gemacht hat, und zum Glück kann man jederzeit nachfragen, wenn man nicht mehr weiter weiß – die Geduld von Meike ist grenzenlos.
Lachen stellt sich ein, als wir darüber nachdenken, wie kompliziert man es sich machen kann: mit wieviel Wasser mischt man welches Volumen Zementmörtel? 1:4, 1:5? Wie soll die Konsistenz des Frischmörtels sein? Ein Vergleich mit dem Anrühren von Kuchenteig hilft weiter: festcremig sollte es sein, und nach Augenmaß läßt sich dies am besten hinbekommen.
Am Nachmittag habe ich mich dann hineingefunden, das Baufieber der anderen ergreift auch mich ein Stück weit: auf ein Neues am kommenden Tag!

von Isa

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