Beton und Sonnenschein

Sind das die Tage an denen man lieber gar nicht erst aufgestanden wäre? Gestern Abend kommt die Information „Morgen um neun kommt der Beton für die Streifenfundamente“. Das passt, ist doch neun Uhr unser üblicher Arbeitsbeginn. Oder war es nur das, was ich gerne gehört hätte? Denn später erfahre ich: „Morgen um acht kommt der Beton!“ Also früher aufstehen. Und dann müssen vorher noch diese komischen Aussparungen für die Rohre in die Schalungen. Also länger arbeiten.
Nach einer gefühlt zu kurzen Nacht stehe ich hier auf der Schalung und schiebe den Beton im Nieselregen weiter nach hinten durch. Ein kurzes Knacken unter mir und die Betonmassen scheinen zu verschwinden. Aus den Erzählungen weiß ich, es ist nicht der erste Schalungsbruch auf dieser Baustelle. Aber jeder soll das wohl mal miterleben dürfen. Während wir unten den Schaden begutachten und versuchen, die Schalung wieder zu reparieren, bekomme ich zum Glück nicht richtig mit, was zeitgleich in der zweiten aufzufüllenden Schalung geschieht. Wir sind alle solche Baulaien, dass in diesem Moment keiner der Umstehenden so recht weiter weiß. Wie schön, dass der Betonfahrer die Ruhe weg hat.
Später wird alles gut, beide Schalungen sind doch noch fast voll. Bei der einen haben wir den Beton mit Schubkarren wieder nach oben gefahren, bei der anderen geht es eimerweise, da die Topographie den Einsatz von Schubkarren nicht erlaubt.
Noch später wird alles noch besser. Die Sonne zeigt ihr Gesicht und lacht auf (oder über?) die Baustelle. Die Motivation zu großen Taten scheint nach den letzten Anstrengungen zwar zu fehlen, aber das Aufräumen der Baustelle in Sonnenschein bringt fehlende Lebensgeister zurück. Erst die Frühnachmittagsruhe in Rückenlage auf einem der Blumenkästen auf dem Kellerdach, dann die Kaffeepause wenige Meter daneben – weiterhin in strahlendem Sonnenschein. So hatte ich mir meinen Urlaub auf der Baustelle vorgestellt. „Alles wird gut!“ So wird es weitergehen. Ganz bestimmt.

Matti

Zu den >>>Fotos<<< vom 1. September

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3 comments so far

  1. Schlumpf on

    …tja Matti, der Plan ist, das jeder auf dieser Baustelle mal die Erfahrung einer platzenden Schalung machen darf. Und sei du mal dankbar, dass es kein Unterzug war 😉

    • panter on

      ja da kann ich schlumpf nur beipflichten ….. unterzüge sind doof wenn die platzen denn die dusche inkl hautpieling hätte es nicht sein müssen 🙂

  2. Tatjana on

    Ihr Ärmsten! Ich habe in der Zwischenzeit mit Tobi die alljährliche Revision des Stiftungshaushalts durchgeführt… Wir haben ja gesehen, wie ihr gegen den ersten Bruch gekämpft habt und ehrlich? Ich hätte Euch lieber geholfen als Kasse zu prüfen! Aber jeder hat so seine eigene „Baustelle“ auf der Burg. Hilft ja alles nix.


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