Gesucht!

Es gibt Tage, da sucht man vergebens nach gewissen Dingen, die sich einfach nicht finden lassen wollen. Schon so mancher professionelle Bauarbeiter hat auf unserer Baustelle Ordnung, Plan und vor allem geregelte Arbeitszeiten gesucht – wurde aber nur überrascht und nicht fündig – tja so ist das eben.
Mein Tag begann mit dem Auftrag, die vielen fehlenden Rödelzangen zu suchen, nicht dass sie verloren gegangen wären, sie waren einfach nur nicht aufzufinden – schade!
Naja, aber bevor die Suche an dieser Stelle beginnen konnte, galt es im Keller die Schalung zu entfernen, welche Bene und Jakob dort nur einen Tag zuvor in mühevoller Arbeit angebracht und auf der Suche nach eventuellen Lücken abgedichtet hatten. Und wunderbar geklappt hatte es, denn ungewollte Dellen und platzende Löcher suchten wir vergebens – nicht dass wir sie wirklich hätten finden wollen. Auf der Suche nach den hartnäckigen Einschlagdübeln musste Bene dann allerdings erstmal baden gehen, der Ver-such die Schalung nur von oben zu entfernen, scheiterte.
Nach diesem Erfolgserlebnis für die beiden (die Mauer sieht wirklich klasse aus) be-suchten wir das am Abend zuvor begonnene Loch, um auf der ganzen aufgeschütteten Erde das Abwasserrohr heraus zu suchen. Nicht so einfach, wie man denkt, aber man will auch nichts unver-sucht lassen, und nach vielen Eimern verschleppter Erde und einem eher vom männlichen Teil des Baugrüppchens ausge-suchten Schubkarren-auf-den-Erdhaufen-Katapultier-Wettbewerb stießen wir auf Land – also auf das Rohr. Zum Glück hatten es die Jungs an der richtigen Stelle gesucht!
Nach dieser Aktion ersuchten unsere Mägen erstmal ein ordentliches Mittagessen und die Jungs das Weite. Aber kein grund zur Trauer, sicherlich kommen sie uns wieder be-suchen.
Nach dem Mittagessen gingen Doris und ich dann den Versuch an, den Keller weitestgehend trocken zu legen und zu ordnen, Doris übernahm das Wasser und ich begann mit der Ordnung auf der Suche nach meinen Zangen. Und was soll ich sagen, am Ende sah es prima aus, Schlamm, Dreck und Wasser sucht man nun ohne Erfolg, und wir wollen versuchen, dass das so bleibt – also auch an den zukünftigen Be-such auf der Baustelle: aufräumen! Wir möchten später keinen Schuldigen suchen müssen!
Aus dem dunklen Keller ins warme Licht der herbstlichen Sonne tretend wurde ich dann plötzlich von einer Epiphanie heimgesucht… strahlend ins gleißende Licht getaucht stand sie vor mir, verkündete ihr Gesuch, ich möge ein Stück Kuchen zu mir nehmen. Ergriffen von der Epiphanie willigte ich ein, ein Stück Kuchen zu ver-suchen – wie hätte ich auch anders gekonnt.
Der restliche Tag trabte dann vor sich hin mit dem gescheiterten Versuch, das Schwimmbad im Keller zu entfernen, eine arbeitstüchtige Pumpe war dafür nicht zu finden, und der Selbstver-such, diese zu reparieren, scheiterte. Irgendwie ging dann doch alles schnell und zwischen dem restlichen Papierkram wurde es irgendwann dunkel. Im Ver-such, gegen die Müdigkeit anzukommen, verabschiedete sich der Tag und ich suchte vergebens nach der Zeit, die wohl über den Tag auch irgendwie abhanden gekommen sein musste.
Aber naja, ich gehe eigentlich davon aus, dass hier nichts verschwindet, man muss es nur suchen, dann taucht es an den unmöglichsten Stellen wieder auf.
Schon so mancher professionelle Bauarbeiter hat auf unserer Baustelle Ordnung, Plan und vor allem geregelte Arbeitszeiten gesucht – wurde aber nur überrascht und nicht fündig – tja, so ist das eben.
Mein Tag begann mit dem Auftrag, die vielen fehlenden Rödelzangen zu suchen, nicht dass sie verloren gegangen wären, aber gefunden habe ich sie immer noch nicht.

Papagena

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