Oktoberbeton

06.30 Uhr der Wecker klingelt. Mit noch geschlossenen Augen taste ich nach meinem Handy, um mich von dem nervtötenden Weckton zu erlösen. Warum klingelt Samstagmorgen zu dieser Zeit mein Handy? Hatte ich mal wieder vergessen den Wecker für das Wochenende abzuschalten?
Nein, dieser Samstag soll mein erster Tag auf der Baustelle sein. Vor 6 Stunden hatte ich noch den Bericht eines Kölner Sportstudenten in den Blog gestellt, war ich nun selbst an der Reihe mitzubauen.
Um 08.00 Uhr erreiche ich die Burg, die noch im Nebel liegt. Die Suche noch einem freien Parkplatz gebe ich nach kurzer Zeit erfolglos auf und parke mein Auto etwas unterhalb der Burg. Den anschließenden kurzen Fußmarsch nutze ich, um das erste Foto mit meiner Kamera zu schießen.
Durch den Nebel dringen schon Geräusche von der Baustelle. Und in der Tat es wird schon fleißig gebaut. Nach einer kurzen Begrüßung erfahre ich, dass heute Mittag um 12.30 Uhr Beton angeliefert wird und eine Betonplatte damit gegossen werden soll. Bevor dies geschehen kann müssen jedoch zunächst die Bewehrungen angebracht werden. Also schnappe ich mir eine Rödelzange und verrödele einzelne Elemente in dem kompliziert aussehenden Stahlgeflecht . Beim Verrödeln gilt es einiges zu beachten und meine ersten angebrachten Rödeldrähte werden auch ganz schnell von Gunthard wieder aufgeknippst 🙂
Nachdem eine letzte Schalung von uns angebracht worden ist, die Betonpumpe und das Mischfahrzeug stehen schon bereit, geht es an das eigentliche Gießen der Platte. Betonspritzer fliegen durch die Luft und der Betonrüttler gurgelt in der grauen Masse, die von den Schalungen im Zaum gehalten wird. 3 LKW-Ladungen später ist die Platte gegossen. Die Schalungen haben gehalten und vor uns liegt die feuchte Betonplatte, die das Licht der warmen Oktobersonne reflektiert.

Nach dem guten Mittagessen, selbst die von mir sonst nicht besonders geschätzten Vollkornnudeln schmecken, und einer Tasse Kaffee geht es wieder zurück zur Baustelle. Es gilt nun die Baustelle für den folgenden Tag vorzubereiten. Wir tragen die Baumaterialien, hauptsächlich Eisenstangen für Bewehrungen, dorthin wo sie am nächsten Tag benötigt werden. Dann bereiten wir die am nächsten Tag benötigten Schalungsbretter vor. Die Bretter müssen von größeren Schmutzanhaftungen befreit werden, weil diese sonst später als Vertiefungen in dem Betonwand sichtbar wären. Mit einem Spaten bewaffnet kratze ich den alten Beton von den Holzbrettern, eine Arbeitt die nach einer Weile ganz schön lange Arme macht, müssen sie noch auf die benötigte Länge gebracht werden. Mein letzter Kontakt mit einer Säge war vor 30 Jahren mit einer Laubsäge im Werkunterricht, von der Säge des Bundeswehrtaschenmessers mal abgesehen;) Heute also mal meine Premiere mit einer richtigen Säge. Nach kurzer Einweisung durch Katja, dem Anlegen von Schutzbrille und Gehörschutz, frisst sich das rotierende Sägeblatt unter meiner anfänglich noch recht ungeübten Führung durch die Holzbretter.

Es ist 18.30 Uhr, die Sonne verschwindet am Horizont und auch für uns ist es an der Zeit die Baustelle zu verlassen. Ein letztes Foto schieße ich von der Burg und den rotglühenden Wolken am Himmel, dann fahre ich, zufrieden heute selbst beim Enno-Narten-Bau mitgeholfen zu haben, nach Hause.
Carsten

zu den >>>Fotos<<<

 

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