Fahrt vs Bauen? Fahrt UND Bauen!

Dieser Artikel entstand im Rahmen der Sommerferien, aber da jetzt wieder Ferien anstehen, passt er immer noch:
Auf der Baustelle nach unserer Sommerfahrt begegnete uns eine Gruppenführerin eines anderen Mädchenbundes, die wir fragten, ob noch mehr von ihnen kommen würden. Sie verneinte dieses mit der Begründung „Fahrt vor Bauen“. Nun diese Einschätzung teile ich. Wer als Arbeitsnehmer nur einen begrenzten Urlaub hat, sollte lieber die Nase in den Wind halten und zusehen, sich möglichst lange, möglichst weit und wild sich in der Welt herum zu treiben. Doch die Wandervogelbünde bestehen – so sie nicht überaltert sind – doch zu ca. 75% aus Schülern und Studenten. Ein Schüler hat sechs Wochen Sommerferien, ein Student – selbst in Zeiten des Bachelors – immer noch zwei Monate im Sommer Zeit. So kam es bei uns zu folgender Einteilung: Die ersten 2 ½ Wochen waren wir mit unseren jüngeren Mädels in Norwegen, in der Hardangervidda. Dann wurde eine Woche gebaut:

Zu vierzehnt erreichten wir die Burg, um eine Woche an dem Enno mitzuhelfen. Schließlich ist dies eine Jahrhundertbaustelle, die uns erlaubt, uns in die Reihe vergangener Wandervogelgenerationen einzureihen. Ich bin froh über diese Erfahrung:
Wandervogelmädchen wird oft „mangelnde Emanzipation“ vorgeworfen. Nun das halte ich schon für lachhaft, denn wenn man unter Mädels alleine auf Fahrt ist, erfüllt man genug Aufgaben, die sicher nicht als „klassisch weiblich“ eingeschätzt werden. Darüber hinaus wird man immer wieder überrascht, wie überzeugend auch das schüchternste Mädel aufdringliche Männer vertreiben kann, wenn es darum geht, sich und die anderen zu schützen.
Doch zurück zum Bau: Diese Erfahrungen wurden hier noch deutlich übertroffen, schließlich war der Enno passenderweise eine Zeitlang eine weibliche Baustelle: Betonieren, Vermessen, Mauern, Verschalen, Entnageln, Abschleifen, Wände umlegen… Diese Aufgaben forderten uns alle. Doch man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben: Die eine zeigte ungeahnte mathematische Kenntnisse beim Vermessen und ich wette, sie wird ihren Mathelehrer nach den Ferien überraschen. Eine andere entwickelte ihr, an Ponchozelten erprobtes, räumliches Vorstellungsvermögen beim Mauern zur Höchstform. (Das nächstemal regnet es bestimmt nicht durch.) Als ich gegen Ende der Woche beobachtete, wie eine 10 und eine 11–Jährige im irren Tempo die Aufsätze am Akkuschrauber austauschten und überaus geschickt mit diesen hantierten, wusste ich, dass die Entscheidung zu bauen, die Richtige gewesen war. Die Jüngsten überlegten beim Abschied schon, was sie beim Bauwochenende im Herbst auf „ihrer Baustelle“ gerne machen würden. Und die Älteren hatten ja immer noch mindestens drei Wochen Ferien und brachen zur Fahrt in den Balkan auf.
Fahrt UND Bauen!
Mille für die Wesernixen im DMWB

zu den >>>Fotos<<<

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