Rede zum Richtfest von Hansi und Ohm

„Grundsätzlich sind Richtfeste nur Grund zur Freude und nur Grund, dankbar und glücklich zu sein. Ich bekenne: Am heutigen Tag mischen sich die Gefühle.“

Diese Worte Ole von Beusts – anlässlich des Richtfests der Elbphilharmonie – sind heute – zum Glück – nicht die unsrigen.

Liebe Gäste, liebe Gastgeber der Burg Ludwigstein, liebe Jugendbewegte!   „Berichte der Bauhelfer“ steht in der Tagesordnung – und wer sind wir, dass wir uns anmaßen, für alle Bauhelfer, für all diese Jugendbewegten aus Bünden der verschiedensten Richtungen – und Strömungen – zu sprechen.
So stehen wir hier gewiss nur beispielhaft und nicht repräsentativ.
Heute allerdings eint uns die Freude und die Dankbarkeit, nicht nur irgendein
Bauwerk zu sehen, sondern zu sehen, dass eine Idee, die viele für eine Utopie
hielten, einige für undurchführbar erklärten, dass diese Idee die Strahlkraft
entwickelte, ein solches Projekt zu ermöglichen.

Der Enno-Narten-Bau ist eben – und hier können wir sicher sein, für viele der
Bauhelfer zu sprechen – kein Zweckbau, nicht das „größte Haus mit
Strohdämmung in der Republik“, nein, für uns ist es ein Denkmal für die
Lebendigkeit der Jugendbewegung – dort, wo der große Bruder ein lebendiges
Denkmal ist.

Wir Waldpiraten haben den Enno mal mit einem Schiff verglichen und dieser
Vergleich hat sich scheinbar durchgesetzt – weswegen „Enno“ für uns auch
weiblich ist.
Wenn wir die Enno als Schiff sehen, dann haben viele von uns das gleiche vor
Augen: Ein hölzerner Kiel, stolz geschwollene Segel – die perfekte Verbindung
aus Tradition und Dynamik. Aber ein Schiff ist auch immer mehr als ein
Objekt. Es schafft Verbindung. In unserem Fall schafft die Enno viele
Verbindungen:

– Eine Verbindung zwischen Bünden, die hier in einer Vielfalt
zusammengetroffen sind, die in den letzten Jahren so nirgendwo mehr
stattgefunden hat. Eva, Meike, ihr wisst, das auch wir skeptisch waren –
und wir sind es manchmal immer noch. Wir haben aber auch das
Gefühl, dass wir Ebenen des Dialogs gefunden haben, die dieser
Skepsis gerecht werden und trotzdem einen Austausch ermöglichen.
Der Wert der Burg Ludwigstein als Ort des Austausches und der
kritischen Auseinandersetzung ist dabei nicht zu unterschätzen.

– Eine Verbindung zwischen Bünden und der Burg: Schon der Ankerplatz
zeigt; hier werden die Jugendbewegten direkt vom Zeltplatz abgeholt.
Und trotz aller Befürchtungen, schon während des Bauens zeigt sich,
die Enno führt die Bünde wieder mehr in die Kernburg, die
Kommunikation zwischen allen wird direkter und persönlicher.

– Eine Verbindung aus den Bünden heraus in die Gesellschaft: Hier
haben nicht nur Jugendbewegte, nicht nur Bündische im engeren Sinne
gebaut. Es gab Burggäste, die sich beim Frühstück spontan
angeschlossen haben, andere „Nicht-Bündische“, die nur zum Bauen
gekommen sind. Naja – und Dirk, der ist ja jetzt schon halber
Waldläufer…

– Eine Verbindung aus den Bünden in die Welt: Ich habe mit vier
verschiedenen Nationalitäten auf diesem Bau gearbeitet und dass es
hier keine Statistik gibt, die das erfasst, heißt nicht, dass es das nicht gibt, sondern nur, dass diese Verbindung in die Welt auf der Burg so alltäglich ist, dass es niemanden mehr auffällt.

All diese Verbindungen verdeutlichen, dass „die Enno“ schon jetzt viel mehr ist
als ein Rohbau. Auf dieser Baustelle wird bereits gelebt, was später einmal
durch gezielte Seminare in Ihr umgesetzt werden soll. Visionen und Pläne
werden hier lebendig ohne dass es einer besonderen Didaktik bedürfte.

Das gemeinsame Werk vieler Hände ist es, dass hier in bisher über 9000
Stunden ehrenamtlicher Arbeit geschaffen wurde. Viele Hände die zu dem
Gebäude – zum 3ten Ring – einen direkten Bezug entwickelt haben. Die
Verantwortung für ihren Bereich – und sei es nur die kleinste Baustelle –
getragen haben und tragen werden. Das Erlebte und die Herausforderungen
sind für jede Gruppe aus den den Bünden ein wertvoller Schatz, der aus
schnödem Baumaterial Emotionen zu schaffen vermag. Wie sollte man ein
Objekt – aus Stein, Lehm und Holz – besser zu Schätzen und zu Bewahren
lernen.

Als Bauhelfer hier auf der „Enno“ bekommt man zudem die einmalige Chance
durch eigenes Erleben und Tun die vielen Gewerke kennenzulernen,
Improvisation zu Kompetenz zu entwickeln und das Gesicht unserer Burg mit-
und in Teilen neu- zu gestalten.

Wir rufen daher auch für die Zukunft aus: Jugendbewegte, Freunde der Burg,
kommt mit und lasst Euch ein auf einen Törn auf der „Enno“. Seid Euch in der
Mannschaft der Unterschiede bewusst und tretet dennoch mit aller Kraft für die
gemeinsame Idee ein, die hier in Tat umgesetzt werden soll!

Die gesamte Rede kann >>>hier<<< als Audiodatei heruntergeladen werden.

Weitere Fotos vom Richtfest gibt es >>>hier<<<

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3 comments so far

  1. Alex on

    Tolle Rede! Wollte ich Euch eigentlich schon am Freitag sagen!!!

  2. Eva on

    Eure Rede ist ein großes Zeichen für die Kraft der Jugendbewegung, ähnlich wie die Enno und sie ist auch ein Schatz.

  3. Suchmaschine on

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