1520 Arbeitsstunden

Am Samstag gegen 11:00 Uhr kam ich auf die Burg.
Schon beim Verlassen des Autos hörte ich von allen Seiten Geräusche, die auf viel Arbeit hindeuteten.
Da ich in Begleitung meiner beiden Kinder nicht wirklich arbeitseinsatzfähig war, hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, zu beobachten, Bilder zu machen, und euch nun zu berichten.
Als erstes gingen wir dem dröhnenden Hammern aus dem Keller nach, Richtung Zelterküche. Das, was einmal Zelterküche und Zelterklos gewesen waren, war nur noch Schutt und Trümmer und dazwischen einige Frauen und Männer mit Staubmasken und Vorschlaghämmern, die den restlichen Wänden zu Leibe rückten.
Daneben in der schon entkernten Zelterküche wurden die Fenster zugemauert.
Wir hörten schon das Kreischen von Motorsägen und ahnten, dass da wohl die Waldjugend dahinter steckt. Und richtig vor dem Schwimmbad auf der Wiese lag der Rest eines Baumes, welcher der Waldjugend Nord zum Opfer gefallen war. Nach dem sie vorher (mal wieder) die Holzschuppen versetzt hatten, hinter den Enno in den Wald und nun dort das Holz des gefällten Baumes fein säuberlich zerkleinert lagerten.
Der Baum musste der geplanten Rampe zum Archivkeller weichen.
Unten im Keller dann Bohrgeräusche im Beton und eine überraschende Dusche aus der Kellerdecke. Hauke war dabei Löcher in die Betonfertigdeckenteile zu bohren, die einen Hohlraum haben, und im Regensommer voll Wasser gelaufen waren.
Es waren unzählige Löcher und unzählige Liter Wasser, die dort heraus kamen.
Die restlichen Kellerkinder waren dabei, die Wände zu spachteln und für den Anstrich vorzubereiten. Dieser Bautruppe gebührt eigentlich ein besonderes Lob, denn an diesem schönen, sonnigen, fast frühlingshaften Tag im feuchten Keller zu arbeiten war sicher keine Freude.
Weiter gings in den ersten Stock des Ennos, wo ein großer Haufen einsatzfreudiger Pfadfinder Schalungen baute und Wände betonierte. Zu dieser Baustelle ist zu erwähnen, dass sie, typisch für den Enno, am Samstag bis 22:30 durchhielten, obwohl ab 20:00 der leckere Grünkohl auf dem Tisch stand, weil klar war, es muss fertig werden!
Nun machten wir uns auf in die Kernburg. Auch im Burghof Maschinengeräusche, diesmal aus dem Rittersaal. Dort war der Lipper Wandervogel zu Gange. Die Bühne wurde neu geschliffen und einiges andere. Gegenüber im Meißnerzimmer war der DMWB dabei die Wände zu streichen und Vorhänge zu nähen.
Im Seitenbau war es ruhig und hätten wir nicht gesagt bekommen, dass hier gebaut wird, hätten wir die Baustellen nicht gefunden. Im Obergeschoss wurden mehrere Zimmer gestrichen und mit schönen Wandverzierungen versehen. Dirk entfernte einen Dohlennistplatz und haufenweise ihrer Hinterlassenschaften aus eine Nische.
Höttges ging seiner Leidenschaft nach und besserte mit seiner Gruppe die Silikonfugen in den Bädern aus, und dann stießen wir beim Tischkicker noch auf die Truppe, die einigen Fenstern einen neuen Anstrich verpasste.
Gehört haben wir noch davon, dass es Arbeiten an den Heizungsrohren im Keller gab, und das das Schneehagenzimmer noch gestrichen werden sollte.
Nach dem wunderbaren Grünkohl den Alex und Anja vom Stiftungsvorstand mit ihren Helfern zum Abendessen bereiteten, endete der Abend in einem gemeinsamen Fest am Feuer.
Als wir morgens um 7:30 zum Frühstück kamen, verkrochen sich gerade die letzten, feierfreudigen Leute in ihre Schlafsäcke.

Sonntagmorgen wurden die Baustellen aufgeräumt und so weit wie möglich zu Ende gebracht, bevor dann nach einem Gruppenfoto und einem Rundgang über sämtliche Baustellen jeder wieder gen Heimat aufbrach.
Eine kleine wackere Truppe bleib noch bis Montag Mittag um Nacharbeiten zu erledigen.
Schon vor dem Beginn der eigentlichen Winterbauhütte hatten einige Helfer in der Woche sowohl im Enno als auch in der Kernburg gearbeitet.
Insgesamt sind an diesem Wochenende 1540 Arbeitsstunden von ca 130 Bauhelfern am Enno und an der Kernburg geleistet worden.
Ein herzliches Dankeschön dafür!

Schlumpf

zu den Fotos von >>>Schlumpf<<< und >>>Fredi<<<

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6 comments so far

  1. katja on

    gunthard, deine schuhe sind ein traum!

  2. bjo:rn on

    @ katja

    sind es schuhe oder socken? finde auch die ersatzgummistiefelvariante à la enno ganz köstlich. auch andere fragen bleiben…

    wie ist das stroh trocken geblieben?
    wer wollte sich menschen „aushändigen“ lassen?
    hat jemand die „sortierten haufen“ angefasst?
    hängen beide infoschilder irgendwie zusammen?

    • tolu on

      …und die vielleicht wichtigste aller Fragen:
      Wo waren Katja-Thiemo und Björn-Jule? 😮

  3. merle on

    @ bjo:rn

    das schöne stroh liegt unten im Erdgeschoss des Enno
    die sortierten haufen wurden nur nach aufforderung und fragen angefasst.
    den rest darfst du Papagena gerne fragen 😉

  4. Alex on

    Ich möchte nochmal betonen, dass nicht nur „Anja und Alex vom Stiftungsvorstand“ sondern vor allem auch Melanie, Peter, Karina und Joscha Heinrichs in der Küche werkelten! Vielen Dank euch und bis zum nächsten Mal!


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