Baulager und Kanufahrt

Bericht der Gilde Weserraben (DPB) über Baulager und Kanufahrt vor Ostern 2011

Wir sind jetzt von unserer Kanutour auf der Werra, im Anschluß an unseren Baueinsatz auf dem Enno zurück, haben eine 3-tägige Baumpflanzaktion im Wiehengebirge hinter uns und wollen nun mal ein bisschen berichten (vom Bauen und Paddeln):

Eigentlich wollten wir ja Stroh zu Gold spinnen, angesichts des gewaltigen Strohlagers im Enno und zur Lösung seiner Geldsorgen! Leider hatten wir aber keine Müllers-, sondern nur eine Försterstochter dabei und so konnte es nicht funktionieren. Schade!
Wir haben dann 2 Tage lang Stroh gestrickt und gestopft und wenn es sein musste auch mal gewemst und sogar herausgefunden, wie man mit mehreren Nadeln einen Ballen gleich in mehrer Teile abbindet, ohne dass er auseinander fällt. Natürlich haben wir auch andere Arbeiten verrichtet z.B. die alte Zelterküche gestrichen. Und für die meisten war auch das „Entnageln und Entschrauben“ der Bretterstapel mit Makita (Akkuschrauber) und Kuhfuß eine Berufung. In 2 Eimern wurden Schrauben und Nägel um die Wette gesammelt. Ob die (kleinen) Jungs gewonnen haben ist aber nicht überliefert.
Die Krönung war allerdings das Lehm-auf-Stroh-Matschen. Als wir den Lehm bedarfsgerecht in Eimern von Hand anmischten, fand Lena durch Zufall und „zuviel“ Wasser die optimale, recht dünnflüssige Mischung, die am besten haftete. So landete nach einigen Versuchen das Meiste des Lehms dann doch auch tatsächlich auf dem Stroh und nicht auf den Köpfen der unter dem Gerüst Hindurchgehenden oder auf der von Kafe schnell ausgebreiteten Plane. Leider war das Matschen für uns dann schon zu Ende, denn am nächsten Tag ging es mit burgeigenen Kanus ab auf die Werra, und zwar dorthin, wo sie am schönsten und ursprünglichsten ist, nach Thüringen (Creutzburg).

Von Mittwochmittag bis Freitagmittag fuhren wir mit 3 Booten und 9 bis 11 Leuten (Felix und Emil begleiteten uns nur einen Tag und eine Nacht) die 80 Flußkilometer von Creutzburg bis Werleshausen bei herrlichstem Sommerwetter. Die zwei Nächte verbrachten wir unter freiem Himmel, mal mehr mal weniger vom Morgentau durchnässt und beide Morgen freuten wir uns auf die wärmende, trocknende Kraft der aufgehenden Sonne.
Zwei mal haben wir uns im Verlauf unserer Fahrt selbst geschleust (in Eschwege und Bad Sooden-Allendorf). Das war abenteuerlich und spannend, wie man so im kleinen Kanu saß und immer tiefer in der Schleuse runtersackte, während Augu und Moritz unter Regie von Markus die Tore und Schotten öffneten und schlossen. Aber  3 mal mussten wir auch umtragen, was angesichts des vollständigen Entladens der 3 Boote jedes Mal (bei gesicherter Ladung) recht langwierig und kraftaufwendig war. (Bootswagen sind was für egoistische Kajakfahrer.) Praktischerweise haben wir an einer Umtragestelle gleich unser Nachtlager aufgeschlagen.
Wir hatten das Glück, durch das Venedig an der Werra zu fahren, jedenfalls kam es Augustin in Eschwege so vor. Und machten einen Sport daraus, Treibgutbälle während der Fahrt aufzusammeln. In Wahnfried erlangten wir unsere einzige Sonnencreme, die über Bord gegangen war, durch eine beherzte und waghalsige Rettungsaktion unserer drei männlicher Begleiter wieder. Wir trafen viele Schwäne und Rotmilane und sangen zumindest den Schwänen was vor (Schwan im Singsang…), passten aber auch auf, ihnen nicht zu nahe zu kommen (auch den Schwänen). Wir sahen einige Burgen und waren uns bei „Rauchwolken“ über den Wäldern erst gar nicht so sicher, ob es sich um Blütenstaub oder Feuerqualm handelte. Es waren aber „nur“ gigantische Blütenstaubwolken.
So vergingen die 3 Tage rasch und als wir unter der eisernen Eisenbahnbrücke durchkamen, war uns allen klar, dass wir bald auch den Ludwigstein sehen und bald am Ende unserer Kanutour angelangt sein würden.

Hier noch ein Auszug aus unserer Fahrtenchronik vom Freitag, 22. April von Joline (10 Jahre)

„Morgens sind wir vor der Sonne aufgewacht. Als sie dann endlich da war, frühstückten wir ein kleines bisschen Brote. Danach packten wir (Lena, Ronja, Wiebke, Markus, Augu, Moritz, Greta, Laura, ich) sofort die Sachen in die Kanus und fuhren los. Wir haben uns schleusen lasssen (Bad Sooden-Allendorf) und haben auf dem Wasser angedockt und Kekse und Müsliriegel gegessen. Irgendwann haben wir sogar die Ludwigstein gesehen und einen Fototermin gemacht. In Werleshausen haben wir angelegt und die Boote ausgeladen und aufgeladen. Kurz danach, als wir los zum Bahnhof gefahren sind, fiel Laura ein, dass der Ball  nicht da war.* Wir fuhren gerade an der Werra vorbei, da lag der Ball im Wasser. Wir fuhren dorthin (kurz hinter dem Anleger Werleshausen) und Laura lief in das Wasser und holte ihn. Mit den Kanus haben wir an drei Tagen 80 km geschafft.“

* Anmerkung: Der gemeinte Ball, ein richtig guter Basketball, war einer von drei Bällen, die wir im Laufe der Fahrt als Treibgut aus der Werra gefischt haben.

Vielen Dank noch mal allen, die uns diese Kanufahrt ermöglicht haben!

Ihr Burgleute, wisst ihr eigentlich, dass eure Viererkanus „Froschgrün“, „Zitronengelb“ und „Himmelblau“ heißen. Wir haben sie jedenfalls so genannt. Nur bei „Froschgrün“ kam es im Lauf der Fahrt zu einer fahrerbedingten Namensänderung: in  „Grasgrün“ wie das Ufer, das  so oft geküsst wurde!

Fotos vom >>>Paddeln<<< und vom >>>Bauen<<<

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2 comments so far

  1. Tatjana on

    Wunderschöne Fotos und ein toller Bericht! Danke!

  2. Felix on

    Liebe Weserraben und „Alten Säcke“ vom Wandervogel Gräfin von Daufenbach“ ;.),

    Das war eine tolle gemeinsame Aktion – sowohl das Bauen als auch das Kanufahren … Nehemia („Emil“) schwärmt immer noch davon und kann es nicht abwarten, Euch alle bald wiederzusehen….

    Euer Felix


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