Wer länger arbeitet, geht später schlafen…

Was ist eigentlich eine Holzbetonverbunddecke?
Man ahnt es kaum, aber es ist tatsächlich eine Decke, die aus Holz und Beton besteht, die miteinander verbunden werden – in unserem Fall 16cm Holz unten, 8cm Beton oben. Der Grund für diese aufwendige Konstruktion ist die Schwingungsanfälligkeit einer reinen Holzdecke. Der Verbund wird durch Schrauben hergestellt.

Das Holz ist schon lange da, der Beton ist für Sonnabend 09.00 Uhr bestellt – soweit gut. Ansonsten mußte man vor dem Betonieren einer Holzbetonverbunddecke dieser Größe ja nur kurz 300 m2 Folie verlegen und verkleben, Bewehrung verlegen und dann schnell mal etwa 24.000 Schrauben eindrehen – dank kafe und vielen fleißigen Helfern ist das auch längst Geschichte. Mittig ist die Holzdecke auch noch vom Einbau abgestützt. Auch gut soweit.
Bis auf die Bemerkungen in der Statik:
„Deckenmitte 4 cm überhöhen, beim Betonieren in den Viertelspunkten abstützen“.
Es bleibt also noch eine Kleinigkeit zu tun. Aber es ist eigentlich ganz einfach.

Das zusätzliche Material ist bereits von unserem Baustellenausstatter geliefert, so daß wir am Freitag ab 17 Uhr beginnen, die zusätzlichen Schalungsträger unter die Deckenmitte zu stellen.
Wir: Meike, Marie, Ente, tolu, kafe, Gunthard.
Zweieinhalb Stunden später steht die Stützenreihe im Bauteil C – und uns fällt ein Problem auf: Um die Holzdecke in der Mitte die gewünschten 4 cm hoch zu drücken, benötigen wir einem hydraulischen Heber. Wen kann man an einem Freitagabend um 21.30 Uhr mit einer solchen Frage noch behelligen? Retter in der Not ist wieder einmal Maurermeister Klaus Hildebrandt. Kurz vor der Abreise in den Urlaub sucht er uns noch seinen Heber heraus.
Zurück aus Ermschwerd, geht es jetzt dank Scheinwerferlicht weiter. Die Decke wird an den ersten Stützen mittels Presse und Balken hochgedrückt. Das Holz ächzt und kracht und knackt, dazwischen hallen die Hammerschläge, wenn die Stützen auf der neuen Höhe festgesetzt werden. Keine Tätigkeit für Leute mit schwachen Nerven. Irgendwann gibt der Pieper des „Bündellicht-Höhenmeßgerätes“ einen Dauerton – die Zielhöhe ist erreicht. Erst einmal bei einer Stütze…
Die Presse entlastet, den Balken zur nächsten Stütze gewuchtet, untergesetzt und weiter geht es.
Zusätzlich werden die Stützenreihen in den Viertelspunkten gestellt und in der richtigen Höhe festgesetzt. Zwischendurch müssen Strohballen umgestapelt werden, damit dort auch noch Stützen gestellt werden können. Unser Ziel ist es, Bauteil C fertig zu bekommen, damit wir morgen dort mit dem Betonieren anfangen können. Die Stützen unter der Decke im Bauteil B sollen dann mit weiteren Helfern am nächsten Morgen gestellt werden.
Das Ziel wird erreicht, allerdings ist es 02.30 Uhr morgens.

„Gute Nacht, Enno, es ist Zeit für uns zu gehen…“ Aber nach einem kurzen Frühstück um 07.00 Uhr sind wir wieder bei Dir!

Gunthard

zu den → Fotos 

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1 comment so far

  1. Schlumpf on

    Hatte Meike nicht beim Abendbrot noch davon gesprochen früher schlafen zu gehen ? Na ja gemessen an 4:30 von der Strohdachstopfnacht ist es ja früher…:-) Ihr seid die Helden des Ennos! (können eigentlich Nachtstunden mit doppelter stundenzahl gerechnet werden?)


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