Beton- Klappe die letzte

Zum letzten Mal Beton- viel Beton! Diese Ankündigung zog am Samstag früh viele Menschen auf unsere Baustelle. Besonders diejenigen, die seit Baubeginn ihre große Leidenschaft für Beton entdeckt hatten wie Tolu und Matti, saßen pünktlich um sieben Uhr am Frühstückstisch, um kurz darauf voller Tatendrang auf die Baustelle zu stürmen. Es galt, den Beton für die Holzverbunddecke auf die vor-bereitetete Decke des Obergeschosses aufzubringen.

Bevor die drei prall gefüllten Betonmischer und das Pumpenfahrzeug um 9 Uhr anrückten, mussten jedoch noch einige Vorbereitungen getroffen werden: Der verbliebene zweite Teil der Holzdecke im Enno musste, wie bereits in der Nacht begonnen, in der Mitte vier Zentimeter angehoben und abgestützt werden. Während wir noch dabei waren, rollte schon das Pumpenfahrzeug an und sorgte für eine Beschleunigung unseres Arbeitstempos. Die anschließend ankommenden drei Betonmischer machten uns deutlich, dass es nun ernst wurde mit dem Betonieren.
Zum Glück brauchte der Pumpenfahrer noch ein wenig Zeit seinen Pumpenschlauch bis ins Obergeschoss des Ennos zu verlegen, so dass wir die Abstützarbeiten schon fast beendet hatten, als das Freigabesignal für den Beton erschallte.
Wir versammelten uns alle mit Schaufeln bewaffnet im Obergeschoss und sahen zu, wie die ersten mühsam eingedrehten Schrauben und die Bewährungsgitter mit Beton zugedeckt wurden und dann gänzlich verschwunden waren. Danach ging alles sehr schnell: Der Beton wurde von Matti und Florian mit dem Pumpenrohr in die Bewehrung geschüttet und alle übrigen Helfer verteilten die etwas zähe Masse gleichmäßig mit Schaufeln. Dann folgte Gunthard mit einer motorbetriebenen und nach Benzin stinkenden lauten Rüttelpatsche (ja, dass ist der Fachausdruck), die auf dem Beton lag und vibrierte und dafür sorgte, dass sich die Oberfläche glättete und verbleibende Luft im Betonbett blasenförmig aufstieg.
Bald arbeiteten wir so schnell und routiniert, dass wir schon um 12: 30 Uhr den gesamten Beton aus den Betonmischern verteilt und geglättet hatten. Es lief alles wie am Schnürchen! Nirgends brach eine Schalung oder die Decke zusammen, noch tropfte der Beton an ungeahnten Stellen von der Decke. Wir konnten also bei dieser letzten großen Betonaktion beweisen, dass wir im Laufe der Zeit viel dazu gelernt hatten. Soviel, dass wir sogar pünktlich Mittag essen konnten.

Sicher fragt sich so manch einer, warum wir erst 24.000 Schrauben in die sowieso schon 16 cm dicke Holzdecke gedreht haben, um sie dann in einer 8 cm dicken Betonschicht zu versenken. Der Grund ist, dass wir mit einem Verfahren, was sonst nur in Altbauten angewendet wird, aber am kostengünstigsten ist, eine Holzverbunddecke hergestellt haben. Der Beton wurde zur Schwingungsdämmung auf das Holz aufgetragen, damit wir auch im Obergeschoss im Enno tanzen können, ohne dass das gesammte Gebäude anfängt zu wackeln. Die Schrauben bilden den Verbund zwischen Holz und Beton und sorgen dafür, dass sich Holz und Beton nicht gegeneinander verschieben. Sie sind schräg eingeschraubt worden, weil so die entstehenden Spannungen am besten abgefangen werden können.

Nach dem Mittagessen tagten unsere fleißigen Kuratoriumshelfer, während dem verbliebenen Rest noch die Aufgabe blieb, einen LKW mit 600 m² Holzbrettern von Hand abzuladen und neben dem Enno aufzustapeln. Zum Kaffeetrinken um 16:30 Uhr war auch diese Arbeit erledigt und wir konnten den arbeitsreichen Tag mit einem leckeren Stück Kuchen in der Sonne ausklingen lassen.

Ente

zu den →Fotos

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