Der Wettbewerb zwischen Akademiker und Proletariat geht weiter

Der Wettbewerb zwischen Akademiker und Proletariat geht weiter

Zu Schlumpfs Bericht von gestern ist noch die am Donnerstagmorgen angekündigte Akkord Arbeit hinzuzufügen. Wir hatten uns vorgenommen richtig was zu schaffen. An der Nordseite sollte am Abend zu sehen sein wie viel wir geschafft hatten! Also hieß es Arbeitsaufteilung. Die einen schneideten die Bretter auf Länge und beschrifteten die Innen- und Kantenseite, Andere brachten die Lärchenbretter zum Anschrauben und wieder Andere schraubten das Holz an die Außenwände.
Jedes Team war 2-4 Leute stark. Und nach einer Zeit zeigte sich ein Problem: Entweder es lagen viele Bretter in der Warteschleife beim Anschrauben oder die Zurechtschneide Gruppe kam nicht hinterher. Es musst also diesbezüglich ein für alle meisterbares Arbeitstempo gefunden werden. Aber anstatt dies zu verwirklichen wurde immer der anderen Gruppe die Schuld zugewiesen oder sich mit Ausreden verteidigt. Jeder gab sich einen Namen, der zum Arbeitsstil passen sollte. So waren die Anschraubgruppe das Proletariat und das Sägeteam die Akademiker. „Ihr macht das nicht ordentlich genug!“ , „Ihr habt doch davon gar keine Ahnung“ , „Das Brett passt nicht. Gebt euch doch mal mehr Mühe“ , und viele solche Sätze wurden dann an den Tag gelegt um sich eigentlich selber aus der Patsche zu helfen. Nach dem Mittagessen, beim Wiedereintreffen auf der Baustelle hatten die Proleten dann schon Schilder gegen die Akademiker aufgestellt. Sie streikten! Meike stellte fest: So konnte der Arbeitstag nicht schon nach dem Mittag enden. Also versuchte sie wieder alle zu motivieren und die Arbeit nahm ihre Fortsetzung. Zwar war man nicht beste Freunde aber man kam mit einander klar.

Nun zu Freitag: Der vorherige Abend war lange und somit kam der neue Tag nur langsam in Gang. Die letzten Aufsteher nahmen ihre erste Mahlzeit zum Mittag zu sich. Trotzdem arbeiteten 5 Leute ab 9 Uhr auf dem Bau. Heute hieß es weiter Bretter auf der Nordseite anbringen (Akademiker vs. Proleten), abschleifen der Betonkanten im Obergeschoss, Fenster putzen am Enno und Aufräumen der Baustelle. Morgen soll nämlich das Fernsehen kommen! Der Wettbewerb vom Vortag konnte nicht mehr so intensiv fortgesetzt werden, weil die Anführer unserer Gruppen am Morgen abreisten. Schade! Wir hatten eine Menge Spaß! Weil heute an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet worden ist sah man nicht so klar den Fortschritt wie noch am Vortag.
Wir aus Hullersen waren zwar nur 3 Tage da aber es hat uns richtig viel Spaß gemacht!

hötti

PS Heute um 1930 Uhr wir es in der hessenschau einen Bericht über den Enno geben.

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1 comment so far

  1. Besserwisser on

    Die Dichotomie Akademiker gegen Proletariat ist irreführend. Das Proletariat ist durch Lohnabhängigkeit gekennzeichnet, und nicht durch die Form der Arbeit. Die richtige Gegenüberstellung lautet also Proletariat gegen Kapital. Das wäre das richtige und nicht das falsche Klassenbewußtsein, welchem oft die Identifikation mit dem Kapital über kulturelle und Gemeinsamkeiten der Lebenführung etc. urpsünglich ist. Hier hat sich das Proletariat also mal wieder selbst bekämpft. Ich hoffe das dieser so wertvolle wie notwendige Beitrag nicht gelöscht wird;)


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