Katjas Bericht vom Wochenende

Ich komme Freitagmittag in Witzenhausen an und werde (welche Ehre) von gleich drei Herren mit dem Bus abgeholt. Pünktlich zum Mittagessen sind wir auf der Burg, und danach geht’s auch gleich (also fast gleich, erst noch Papagena begrüßen und ein kleines bisschen schnacken) auf die Baustelle. Thomas, Kafe, Luzi und Marc sind schon da, und wir machen das Gerüst sauber und die Fenster und bereiten Lehm vor für den nächsten Tag. Überall am Enno finden sich bereichernde und auch erheiternde Spuren der Gesellen vom FBS. Der Innenraum sieht durch die aufgestellten Zwischenwände total verändert aus.
Zum Abendessen bringt Kafe Brötchen/Semmeln und Mett und Zwiebeln mit, was große Freude auslöst. Schließlich darf ich, weil der Burgbus nicht da ist, mit Thomas‘ (waldläuferuntypischem) Sportflitzer Inken vom Bahnhof abholen. Das Auto steckt voll ungeheuerlicher Elektronik, und nach der Fahrt habe ich mehr geschwitzt, als auf der Baustelle.
Abends kommt auch Meike und es gibt Klönschnack auf dem Küchensöller, z.B. über Gunthard, denn der hat heute Geburtstag. Zu fortgeschrittener Stunde machen wir uns auf in die Küche, wo nach sorgfältiger Rezeptwahl die Zutaten für „Gâteau au chocolat“ gleich in doppelter Menge zusammengesucht werden, was bedeutet, dass ich aus 12 (zwölf!) Eiweiß Eischnee schlage. Eine persönliche Premiere. Papagena rührt den Teig, Thomas schmilzt Schokolade, Zippo modelliert Marzipandekoration und Marc… hat auch irgendwas gemacht. Gegen Mitternacht holen wir zwei schöne runde schokoladenbraune Kuchen aus dem Ofen und gehen zufrieden zu Bett.
Am nächsten Vormittag wird fleißig gebaut, und unsere Truppe aus vielen altbekannten Helfern wird durch 16 spontan angeworbene CPDer aus Bremen verstärkt. Hauptsächlich werden die Außenwände verputzt und alle sind begeistert dabei, mit Lehm zu matschen und zu werfen und Lehm anzumischen und aufs Gerüst zu ziehen. Alle? Nein, nicht alle. Thomas musste schon die ganze Woche mit Lehm arbeiten und mag nicht mehr und würde viel lieber seine Strippen ziehen…
Nach dem Essen kommt endlich das langersehnte weiße Auto mit der blauen Schrift auf die Baustelle gebraust, und alle versammeln sich davor, um Gunthard und seinen Geburtstag und die Geschenkübergabe und die Kuchenausteilung zu feiern. Selbstverständlich wird diese Zeit des Nichtarbeitens am Abend draufgeschlagen.
Später entwickelt sich eine kleine Lehmschlacht, weil Meike und ich der Ansicht sind, dass Guntharts Frisur zu ordentlich und sein Hemd zu sauber ist. Dummerweise bekommt Meike dabei den größten Teil Lehm ab und muss ordentlich spucken.
Am Abend sind alle mehr oder weniger lehmig und später mehr oder weniger geduscht und treffen sich bei Einbruch der Dämmerung auf dem Turmsöller, um am Feuer zu sitzen und zu singen und bei Schokolinsen und Kuchen vom ersten Bausommer zu schwärmen und sich über zukünftige Bauvorhaben zu erheitern. Schließlich wollen wir, wenn wir alt und klapprig sind, mindestens beim zehnten Ring angekommen sein und immer noch bauen.
Am Ende gibt Papagena dem verbleibenden Rest eine Abschiedsvorstellung und wird zum Auto begleitet, welches mit ihr und ihrer Mama Heidi davonfährt. Die Trennung ist federweißerfeucht, aber zum Glück tränenlos und nicht von Dauer, denn man sieht sich ja immer wieder auf der Burg.
Der nächste Morgen ist wie der vorangegangene erst nebelig und kalt und dann sonnendurchblitzt und golden. Mir bleibt noch eine knappe Stunde, um die fleißigen Bauhelfer bei der Arbeit abzulichten, Gunthards „heißen Draht“ zu bewundern und mich zu verabschieden. Dann führen mich familiäre Verpflichtungen weg von der Burg zum Geburtstagsfest meiner kleinen Schwägerin…
Bis zum nächsten Bauwochenende!
Katja.

zu den → Fotos

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1 comment so far

  1. Gunthard on

    Allen Küchenperlen und Kuchenbäckern noch einmal einen ganz herzlichen Dank!
    Zippo: Du solltest Zuckerbrot-Kunstschnitzer oder Marzipan-Bildhauer werden!


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