Von den Alpen bis zur Sahara

Ein ungewöhnlicher Forstpateneinsatz der Deutschen Waldjugend.
Darf man umlaufenden Gerüchten glauben schenken, so war der ein oder andere Waldläufer schon unangenehm überrascht von der Uhrzeit, zu der er sich laut Plan zur Morgenrunde vor dem „Enno“ einfinden sollte: 8 Uhr – ohne Kaffeetasse! Noch unüblicher waren sicherlich manche, um nicht zu sagen: die meisten Einsatzbereiche, für die sich die zahlreich anwesenden DWJler an diesem Sonnabend melden konnten: streichen im Enno, Trockenbau mit Benne, Naturpflastersteine zurechtklopfen und verlegen unter fachkundiger Anleitung eines Steinmetzgesellen, Decke abhängen und, wie immer in letzter Zeit, „Strippen ziehen“.
Ja, man könnte fast sagen, hier wurde hinterhältiger Mißbrauch betrieben. Auf den Termin des traditionellen Forstpateneinsatzes legte man ein groß angekündigtes Bauwochenende, und – schwupp – waren gleich Dutzende Helfer mehr am Enno beschäftigt! Dieser Kunstgriff war auch nötig, denn wir wollen schließlich fertig werden, und diese riesigen Wand- und Deckenflächen streichen sich einfach in zahlreicher Gesellschaft leichter, angenehmer und schneller, als wenn wir das Marc und Lars überließen.
Da ich selbst mich mal wieder das ganze Wochenende über nur mit Lehmfarbe bekleckste – in den nördlichen Räumen strahlte „Edelweiß“ von der Decke (hier der Bezug zu den Alpen), der Rest wurde überwiegend in „Creme“ gestrichen, und schließlich gab es noch ein wenig „Sahara“ außen an der Giebelwand -, kann ich über die anderen Baustellen wenig berichten. Zumindest was ich vom Fortschreiten der Bepflasterung vor dem Gebäude sah, ließ darauf schließen, daß unser Enno wirklich wunderschön wird.
Es soll der Ehrlichkeit halber nicht verschwiegen werden, daß einiges durchaus auch draußen im Gesträuch und Gestrüppe gewerkelt und wieder einmal viel Holz unter Einsatz von Maschinen und roher Gewalt, wie auf den Fotos zu sehen, zerkleinert wurde.
Hatte man tagsüber noch buntgemischt an den verschiedenen Orten auf dem Gelände gearbeitet, trennte es sich nachher stärker, da die Waldjugend ihren üblichen Abschiedsabend beging, während sich im Kaminzimmer die Runde von Katjas Geburtstagsgästen versammelte, um sich neben leckeren Knabbereien und Getränken mit und ohne Umdrehungen – wobei die angekündigten fränkischen Spezialitäten sich auf „Getränke mit Umdrehungen“ beschränkten – dem lustigen Schwatz und Gesang hinzugeben.
Am Sonntag wurde es dann ganz schnell ganz ruhig im und um den Enno. Nur einige wenige ließen es sich nicht nehmen, noch bis zum Mittagessen ihre Arbeiten fortzuführen. Hoffentlich hat sich der Einsatz gelohnt.
Die einzigen, die an diesem Wochenende mal wieder überhaupt nichts „getan“ haben, waren unsere Bauleiter, die von einer Sitzung zur nächsten eilen mußten.
Bin ich froh, daß ich nicht Bauleiter bin, sondern Bauhelfer sein darf!

Gerhild Drescher

zu den → Fotos

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1 comment so far

  1. SAM on

    Edelweiß – nicht Schaumolweiß, denn das wäre etwas weißer als weiß


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